Königsdisziplin Bewerbungsgespräch
Sie haben es geschafft! Ihre Bewerbungsunterlagen haben überzeugt und der Personaler möchte Sie kennenlernen. Die Freude über die Einladung zum Bewerbungsgespräch schlägt aber nicht selten in Nervosität um. Jetzt heißt es Ruhe bewahren und die Zeit bis zum Gespräch optimal nutzen.
Richtige Vorbereitung – Gute Bewerber wissen mehr
Sie wollen den Job? Systematische Info-Schnüffler haben hier die Nase vorn. Gute Vorbereitung zeugt von Interesse am Unternehmen und hebt dieses hervor.
Informieren Sie sich über Geschäftsfeld, Produkte und Dienstleistungen Ihres potentiellen Arbeitgebers. Informationsquellen können dabei vor allem das Internet, der Jahresbericht und aktuelle Artikel in diversen Zeitungen und Zeitschriften sein.
Üben Sie die Bewerbungssituation mit Freunden und Verwandten.
Überlegen Sie sich Fragen zum Unternehmen oder zur Position. Schreiben Sie diese auch auf - Sie vergessen Sie sonst im Eifer des Gefechts.
Lesen Sie sich Ihre Bewerbungsunterlagen nochmals durch. Sie werden Fragen darüber beantworten müssen. Nichts ist peinlicher als "was, das hab ich wirklich geschrieben?".
Mit wem führen Sie das Gespräch? Vergewissern Sie sich, dass Sie den Namen Ihrer Ansprechperson im Unternehmen wissen. Kaum etwas ist unangenehmer, wenn man am Empfang steht und nicht weiß, mit wem man den Gesprächstermin hat. Es empfiehlt sich zudem, die Telefonnummer des Unternehmens mitzunehmen, falls auf dem Anfahrtsweg etwas dazwischen kommt (Unfall, Stau, etc.).
Am Tag des Gesprächs
Nervös? Das macht überhaupt nichts. Ihr Gesprächspartner weiß das und wird entsprechend versuchen, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Man will Sie kennen lernen und das ist eine Auszeichnung. Am besten ist es, wenn Sie mit einem "guten Eindruck" beginnen.
Jeans oder Anzug? Ihre Kleidung bzw. Ihr gesamtes Erscheinungsbild ist wesentlich für einen guten ersten Eindruck. Mit Ihrer Kleidung signalisieren Sie: "Ich habe verstanden, worauf es ankommt." Sie sollten etwas besser gekleidet sein, als wenn Sie zur Arbeit gingen - das muss nicht unbedingt ein Anzug sein. Saubere, ordentliche Kleidung und ein gepflegter Haarschnitt sind Pflicht.
Pünktlichkeit: Besser zehn Minuten zu früh als zu spät. Das gibt Ihnen auch die Möglichkeit, sich mit der Umgebung vertraut zu machen und sich ein bisschen zu entspannen, bevor das eigentliche Gespräch beginnt. Um negative Überraschungen zu vermeiden, informieren Sie sich bereits im Vorfeld über die Anfahrt.
Das Gespräch – bleiben Sie authentisch
Das Bewerbungsgespräch ist ein Dialog und kein Frage-Antwort-Spiel. Seien Sie vorbereitet und informieren Sie sich im Vorfeld so gut wie möglich über das Unternehmen. Bereiten Sie am besten gleich eine Einleitung über sich selbst vor. Meistens werden Sie aufgefordert, sich selbst kurz zu beschreiben oder etwas von sich zu erzählen. Es beruhigt und stärkt Ihr Selbstvertrauen, wenn Sie mit einem „geübten“ Text beginnen können. Deshalb sollten Sie sich auch zu Hause Fragen vorbereiten, deren Antworten nicht aus der Stellenanzeige oder der Webseite hervorgehen. Es kann auch sein, dass Ihr Gesprächspartner testen möchte, ob Sie auch in einer aggressiven Umgebung ruhig bleiben - lassen Sie sich hier nicht provozieren.
Einige Grundregeln zur Umgangsform:
Seien Sie höflich und unterbrechen Sie Ihren Gesprächspartner nicht, wenn dieser gerade spricht.
Treten Sie selbstsicher auf und fragen Sie ruhig nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.
Informieren Sie sich über die Einarbeitungszeit oder stellen Sie Fragen zu Ihrem zukünftigen Team.
Kauen Sie keinen Kaugummi und rauchen Sie nicht während des Bewerbungsgesprächs.
Schimpfen Sie nicht über Ihren Arbeitgeber.
Folgende Fragen sind typisch für ein Bewerbungsgespräch:
Erzählen Sie von sich.
Warum interessieren Sie sich ausgerechnet für diesen Job?
Was wissen Sie über unser Unternehmen?
Warum interessieren Sie sich für uns?
Wo haben Sie von uns das erste Mal gehört?
Sind Sie bereit, sich weiterzubilden?
Wo haben Sie bisher gearbeitet?
Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?
Was sind Ihre Stärken und Ihre Schwächen? (Bereiten Sie am besten je fünf vor - mit Begründung).
Warum haben Sie sich für diese Studienrichtung oder Schulausbildung entschieden?
Welche Ihrer bisherigen Erfahrungen sind Ihrer Meinung nach relevant für diese Position?
Welche Dinge sollten sich bei einem Wechsel des Arbeitgebers auf jeden Fall ändern?
Wie gehen Sie mit Stress oder Konfliktsituationen um?
Sind Sie bereit, Verantwortung zu übernehmen?
Sind Sie bereit, Überstunden zu machen? Wenn ja, wie viele?
Wie hoch ist Ihre Reisebereitschaft?
Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Was sind Ihre Gehaltsvorstellungen?
Erzählen Sie von einer Fehlentscheidung, die Sie getroffen haben. Was waren die Auswirkungen und was haben Sie dabei gelernt?
Das Gesprächsende – positiv ausklingen lassen
Fast geschafft. Das Gespräch ist gut gelaufen und neigt sich dem Ende zu. Jetzt sollten Sie keinen Fehler mehr machen. Danken Sie Ihrem Gesprächspartner, dass er sich für Sie Zeit genommen hat. Fragen Sie, wie das weitere Vorgehen ist und wann Sie mit einer Entscheidung rechnen können.
Sollten Sie ein Angebot erhalten, empfehlen wir Ihnen, dieses nicht sofort anzunehmen, sondern noch einmal darüber zu schlafen. Sie können ruhig etwas sagen wie: "Danke, das Angebot ist sehr interessant. Ich möchte mir es aber in Ruhe überlegen - kann ich Ihnen nächste Woche Bescheid geben?". Sie können auch ohne weiteres darauf hinweisen, dass Sie noch andere Angebote oder Gespräche haben und erst in Ruhe nachdenken wollen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
