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Das Bewerbungsgespräch

Die Vorbereitung

Das Bewerbungsgespräch ist das Schlüsselereignis im Bewerbungsprozess. Um dabei eine gute Figur zu machen, achten Sie bitte vor allem auf:
  • Informieren Sie sich über Geschäftsfeld, Produkte und Dienstleistungen Ihres potentiellen Arbeitgebers. Informationsquelle kann dabei vor allem das Internet, der Jahresbericht und aktuelle Artikel in diversen Zeitungen und Zeitschriften sein.
  • Üben Sie die Bewerbungssituation mit Freunden und Verwandten.
  • Überlegen Sie sich Fragen, die Sie zum Unternehmen oder zur Position stellen können. Schreiben Sie diese auch auf - Sie vergessen Sie sonst im Eifer des Gefechts.
  • Lesen Sie sich Ihre Bewerbungsunterlagen nochmals durch: Sie werden Fragen darüber beantworten müssen. Nichts ist peinlicher als "was, das hab ich wirklich geschrieben?".
  • Vergewissern Sie sich, dass Sie den Namen Ihrer Ansprechperson im Unternehmen wissen. Kaum etwas ist unangenehmer, wenn man am Empfang steht und nicht weiß, mit wem man den Gesprächstermin hat. Es empfiehlt sich zudem, die Telefonnummer des Unternehmens mitzunehmen, falls auf dem Anfahrtsweg etwas dazwischen kommt (Unfall, Stau, etc.) und man Bescheid geben kann, dass man sich verspäten wird.
 

Pünktlichkeit

Besser Sie erscheinen zehn Minuten zu früh als zu spät. Das gibt Ihnen auch die Möglichkeit, sich mit der Umgebung vertraut zu machen und sich ein bisschen zu entspannen, bevor das eigentliche Gespräch beginnt. Um negative Überraschungen zu vermeiden, informieren Sie sich bereits im Vorfeld über die Anfahrt.

Kleidung

Mit Ihrer Kleidung signalisieren Sie: "Ich habe verstanden, worauf es ankommt." Tragen Sie etwas, in dem Sie sich wohl fühlen. Sie sollten etwas besser gekleidet sein, als wenn Sie zur Arbeit gingen - das muss nicht unbedingt ein Anzug sein. Sie sollten aber sauber und ordentlich gekleidet sein und einen gepflegten Haarschnitt haben. Vergessen Sie nicht: Ihre Kleidung bzw. Ihr gesamtes Erscheinungsbild sind ein wesentlicher Teil des ersten Eindrucks.

Umgangsformen

Seien Sie höflich und unterbrechen Sie Ihren Gesprächspartner nicht, wenn dieser gerade spricht. Treten Sie selbstsicher auf und fragen Sie ruhig nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Kauen Sie keinen Kaugummi und rauchen Sie nicht während des Bewerbungsgesprächs. Außerdem sollten Sie nicht über vorherige Arbeitgeber schlecht reden, denn das macht keinen guten Eindruck.

Typische Fragen

Bereiten Sie eine kurze Einleitung über sich selbst vor. Meistens werden Sie aufgefordert, sich selbst kurz zu beschreiben oder etwas von sich zu erzählen. Es beruhigt und stärkt Ihr Selbstvertrauen, wenn Sie mit einem „geübten“ Text beginnen können. Seien Sie vorbereit und informieren Sie sich im Vorfeld so gut wie möglich über das Unternehmen. Es kann sein, dass Ihr Gesprächspartner testen möchte, ob Sie auch in einer aggressiven Umgebung ruhig bleiben - lassen Sie sich nicht provozieren.

Das Bewerbungsgespräch ist ein Dialog und kein Frage-Antwort-Spiel. Deshalb sollten Sie schon zu Hause eigene Fragen vorbereiten; was aber schon aus der Stellenanzeige oder der Webseite hervorgeht, sollte man nicht mehr fragen. Fragen zur Einarbeitung bieten sich dagegen immer an und hinterlassen einen guten Eindruck, etwa "Wie findet bei Ihnen die Einarbeitung statt? Gibt es einen festen Ansprechpartner?".

Folgende Fragen könnten Ihnen gestellt werden:
  • Erzählen Sie von sich.
  • Warum interessieren Sie sich ausgerechnet für diesen Job?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen? Warum interessieren Sie sich für uns?
  • Wo haben Sie von uns das erste Mal gehört?
  • Sind Sie bereit, sich weiterzubilden?
  • Wo haben Sie bisher gearbeitet?
  • Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?
  • Was sind Ihre Stärken und Ihre Schwächen? (Bereiten Sie am besten je fünf vor - mit Begründung).
  • Warum haben Sie sich für diese Studienrichtung oder Schulausbildung entschieden?
  • Welche Ihrer bisherigen Erfahrungen sind Ihrer Meinung relevant für diese Position?
  • Welche Dinge sollten sich bei einem Wechsel des Arbeitgebers auf jeden Fall ändern?
  • Wie gehen Sie mit Stress oder Konfliktsituationen um?
  • Sind Sie bereit, Verantwortung zu übernehmen?
  • Sind Sie bereit, Überstunden zu machen? Wenn ja, wie viele?
  • Wie hoch ist Ihre Reisebereitschaft?
  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
  • Was sind Ihre Gehaltsvorstellungen?
  • Erzählen Sie von einer Fehlentscheidung, die Sie getroffen haben. Was waren die Auswirkungen und was haben Sie dabei gelernt?

Das Gesprächsende

Danken Sie Ihrem Gesprächspartner, dass er sich für Sie Zeit genommen hat und fragen Sie, wie das weitere Vorgehen ist und wann Sie mit einer Entscheidung rechnen können.

Sollten Sie ein Angebot erhalten, empfehlen wir Ihnen, dieses nicht sofort anzunehmen, sondern noch einmal darüber zu schlafen. Sie können ruhig etwas sagen wie: "Danke, das Angebot ist sehr interessant. Ich möchte mir es aber in Ruhe überlegen - kann ich Ihnen nächste Woche Bescheid geben?". Sie können auch ohne Weiteres darauf hinweisen, dass Sie noch andere Angebote oder Gespräche haben und erst in Ruhe nachdenken wollen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Kritischer Punkt: Das Gehalt

Wenn sich das Bewerbungsgespräch in Richtung Einstiegsgehalt nähert, herrscht oft peinliche Stille. Oft weiß man nicht, was man sagen soll - es soll nicht zu niedrig, aber auch nicht unverschämt hoch sein. Wieviel sind Sie wert?

Informieren Sie sich vor Ihrem Gespräch ausreichend über die üblichen Marktwerte. Diese Information sollte Sie aber nicht daran hindern, etwas anderes zu fordern. Ein Unternehmen ist nie darauf fixiert, den "Branchenschnitt" zu bezahlen, es hat vielmehr das Ziel, mit Ihnen etwas zu verdienen. Versuchen Sie also, sich als Investition und nicht als Kostenfaktor zu verkaufen. Vermitteln Sie eine klare Vorstellung über Ihr zukünftiges Gehalt und argumentieren Sie damit, welchen Mehrwert Sie für Ihren zukünftigen Arbeitgeber darstellen können. Können Sie Ihren Gesprächspartner davon überzeugen, dass Sie Ihr gewünschtes Gehalt wert sind, so werden Sie es auch erhalten.

Ist Ihnen dies nicht möglich, so fragen Sie konkret, was Sie tun müssen, wie Sie sich entwickeln müssen, was Sie noch lernen müssen um diesen Wert für das Unternehmen (und damit Ihre Gehaltsvorstellungen) zu erreichen. Vereinbaren Sie dann einen Plan, um sowohl Ihre Vorstellungen, als auch die Ihres Gesprächspartners zu verwirklichen.

Beschränken Sie sich bei Ihren Verhandlungen nicht nur auf den Faktor Gehalt, es gibt viele zusätzliche Leistungen, die für Sie interessant sein können:
  • Kantine: Durch eine vom Unternehmen subventionierte Betriebsküche können Sie viel Geld sparen
  • Signing Bonus: In den USA ist es bereits an der Tagesordnung, guten Berufseinsteigern eine einmalige Prämie auszubezahlen, wenn Sie den Arbeitsvertrag unterschreiben. In Österreich ist dies noch nicht in Mode, dies sollte Sie jedoch nicht daran hindern, diesen Punkt aufzugreifen, denn gerade im IT-Bereich ist der Arbeitsmarkt sehr angespannt.
  • Pension: Gerade zum Berufseinstieg ist die Pension noch weit entfernt. Viele Firmen zahlen aber für Ihre Mitarbeiter in Privatpensionsfonds ein. Auch dies ist ein interessanter Benefit, zumal Sie diesen Anspruch normalerweise auch behalten, wenn Sie die Firma verlassen.
Seien Sie ruhig hartnäckig. Sie sollten aber bedenken, dass Ihr Gehalt davon abhängt, was Sie dem Unternehmen bringen, und nicht davon, was Sie selbst brauchen.
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